LRS bei Kindern: Was Eltern tun können, wenn Lesen und Schreiben schwerfallen
- Sandra Kirscht
- 10. Aug.
- 5 Min. Lesezeit

Der Start in ein neues Schuljahr ist für viele Kinder aufregend. Neue Hefte, neue Lehrer, vielleicht eine neue Klasse – und die Hoffnung, dass manches in diesem Schuljahr leichter wird.
Doch gerade Eltern von Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) blicken dem Schulanfang manchmal mit gemischten Gefühlen entgegen.
Was, wenn die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben wieder beginnen? Was, wenn trotz vielen Übens erneut schlechte Noten kommen? Und vor allem: Was, wenn das Kind irgendwann selbst glaubt, es könne es einfach nicht?
Wenn ein Kind dauerhaft Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechtschreiben hat, stellt sich für Eltern deshalb häufig die Frage:
Was können wir tun, um unserem Kind bei LRS wirklich zu helfen?
LRS erkennen: Welche Anzeichen sollten Eltern ernst nehmen?
Nicht jedes Kind, das Rechtschreibfehler macht oder langsam liest, hat automatisch eine LRS. Gerade beim Lesen- und Schreibenlernen sind Fehler zunächst vollkommen normal.
Bleiben die Schwierigkeiten jedoch über längere Zeit bestehen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Mögliche Anzeichen für LRS können beispielsweise sein:
auffällig viele Rechtschreibfehler
bekannte und bereits geübte Wörter werden immer wieder falsch geschrieben
dasselbe Wort wird innerhalb eines Textes unterschiedlich geschrieben
sehr langsames oder stockendes Lesen
Buchstaben oder Laute werden verwechselt
das Kind benötigt für Lese- und Schreibaufgaben sehr viel Zeit
trotz regelmäßigen Übens stellen sich kaum Fortschritte ein
Hausaufgaben rund um Lesen und Schreiben führen zunehmend zu Frust
das Kind verliert die Motivation oder beginnt, an seinen Fähigkeiten zu zweifeln
Besonders aufmerksam sollten Eltern werden, wenn aus einem
„Das kann ich noch nicht“
irgendwann ein
„Das kann ich sowieso nicht“
wird.
Mein Kind hat LRS – was kann ich tun?
Viele Eltern reagieren zunächst ganz verständlich: Sie üben mehr.
Es werden zusätzliche Diktate geschrieben, Wörter wiederholt, Rechtschreibregeln gelernt oder Arbeitsblätter bearbeitet.
Doch wenn ein Kind trotz großer Anstrengung kaum Fortschritte macht, kann noch mehr vom Gleichen zusätzlichen Frust erzeugen.
Denn entscheidend ist nicht allein, wie viel ein Kind übt, sondern wie es lernt.
Eine gezielte LRS-Förderung sollte deshalb dort ansetzen, wo die tatsächlichen Schwierigkeiten des Kindes liegen und einen Lernweg finden, der zu ihm passt.
Warum LRS zu Angst vor neuen Misserfolgen führen kann
Kinder vergleichen sich.
Sie merken, wenn der Sitznachbar schneller liest. Sie sehen die rot markierten Fehler unter ihrem Diktat. Und sie bekommen mit, wenn andere Kinder scheinbar mühelos etwas schaffen, für das sie selbst sehr viel Energie benötigen.
Wiederholt sich diese Erfahrung über Monate oder sogar Jahre, kann sich die Einstellung zum Lernen verändern.
Aus Unsicherheit wird Frust.
Aus Frust wird Vermeidung.
Und irgendwann entsteht möglicherweise die Überzeugung:
„Ich bin einfach schlecht in Deutsch.“
Dabei sagt eine Lese-Rechtschreib-Schwäche nichts darüber aus, wie intelligent oder lernfähig ein Kind ist.
Das Kind braucht möglicherweise einfach einen anderen Zugang zum Lesen und Schreiben.
LRS-Förderung: Warum der richtige Lernweg entscheidend ist
Eine gute Förderung bei LRS sollte nicht ausschließlich darauf ausgerichtet sein, Fehler zu vermeiden oder möglichst viele Rechtschreibregeln auswendig zu lernen.
Zunächst muss herausgefunden werden:
Wo steht dieses Kind eigentlich?
Welche Grundlagen sind bereits sicher? Wo entstehen die Fehler? Welche Zusammenhänge hat das Kind noch nicht verstanden? Und wie können diese so vermittelt werden, dass sie für dieses Kind nachvollziehbar werden?
Genau hier setzt eine individuelle LRS-Förderung an.
Denn wenn ein Kind plötzlich versteht, warum ein Wort auf eine bestimmte Weise geschrieben wird oder wie es sich einen bislang schwierigen Bereich erschließen kann, entstehen Erfolgserlebnisse.
Und diese Erfolgserlebnisse können etwas Entscheidendes zurückbringen:
Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
LRS zum Schulanfang: Nicht warten, bis der Frust wieder da ist
Gerade der Beginn eines neuen Schuljahres bietet eine gute Gelegenheit, die Situation neu zu betrachten.
Wenn bereits im vergangenen Schuljahr deutliche Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben bestanden haben, müssen Eltern nicht erst abwarten, bis sich dieselben Probleme wiederholen.
Es kann sinnvoll sein, frühzeitig nach einer passenden Hilfe bei LRS zu suchen.
Denn das Ziel sollte nicht sein, dass ein Kind noch mehr Zeit mit frustrierendem Üben verbringt.
Das Ziel sollte sein, dass Lernen wieder zu Erfolg führen kann.
Welche Hilfe gibt es bei LRS?
Welche Unterstützung sinnvoll ist, hängt immer vom einzelnen Kind und seiner individuellen Situation ab.
Deshalb sollte LRS-Förderung nicht nach einem starren Schema erfolgen.
In meinen LRS-Intensivkursen für Kinder und Jugendliche arbeite ich individuell und strukturiert mit jedem Kind. Dabei schauen wir gemeinsam darauf, wo die Schwierigkeiten liegen und welcher Lernweg zu diesem Kind passt.
Der Intensivkurs findet über 7 Tage mit jeweils 4 Stunden täglich statt. In dieser Zeit können wir uns intensiv mit den Bereichen beschäftigen, die beim Lesen und Rechtschreiben noch Schwierigkeiten bereiten.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Arbeitsblätter abzuarbeiten.
Es geht darum, Lesen und Schreiben verständlich zu machen.
Und ebenso wichtig:
Kinder sollen wieder erleben, dass sie etwas schaffen können.
Wann ist ein LRS-Intensivkurs sinnvoll?
Eine gezielte Unterstützung kann beispielsweise interessant sein, wenn Ihr Kind
schon länger Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechtschreiben hat,
trotz regelmäßigen Übens kaum Fortschritte macht,
zunehmend frustriert oder unsicher wird,
Angst vor Diktaten oder anderen schriftlichen Aufgaben entwickelt oder
bereits beginnt, an den eigenen Fähigkeiten zu zweifeln.
Dann kann es sinnvoll sein, nicht einfach noch mehr zu üben, sondern einen anderen Lernweg auszuprobieren.
Unterstützung bei LRS – der erste Schritt muss nicht groß sein
Wenn Sie als Eltern unsicher sind, welche Unterstützung Ihr Kind benötigt, müssen Sie diese Entscheidung nicht allein treffen.
Als zertifizierte LRS-Trainerin unterstütze ich Kinder und Jugendliche mit Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben.
Gerne können wir zunächst unverbindlich darüber sprechen, wo Ihr Kind momentan steht und ob ein LRS-Intensivkurs eine passende Möglichkeit sein könnte.
Denn ein neues Schuljahr muss nicht bedeuten, dass sich die Misserfolge des vergangenen Schuljahres wiederholen.
Manchmal braucht ein Kind nicht mehr Übung – sondern einen Lernweg, der endlich zu ihm passt.
Häufige Fragen zur LRS-Förderung
Warum ist eine LRS-Förderung gerade in den Ferien sinnvoll?
Ohne den täglichen Schul- und Hausaufgabendruck kann sich ein Kind gezielt mit dem Lesen und Rechtschreiben beschäftigen. Ein zeitlich begrenzter Intensivkurs kann dabei eine Alternative zur langfristigen wöchentlichen Förderung sein.
Für welches Alter ist ein LRS-Intensivkurs geeignet?
LRS kann Kinder und Jugendliche in unterschiedlichen Schulstufen betreffen. Entscheidend ist weniger das Alter als die Frage, wo die individuellen Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben liegen und welche Förderung das Kind benötigt.
Wie läuft ein LRS-Intensivkurs ab?
Mein LRS-Intensivkurs findet an 7 aufeinanderfolgenden Tagen mit jeweils 4 Stunden statt. Zu Beginn schauen wir genau, wo das Kind steht. Darauf aufbauend arbeiten wir strukturiert und von Grund auf an den individuellen Schwierigkeiten und schaffen Schritt für Schritt neue Sicherheit beim Lesen und Rechtschreiben.
Muss eine LRS bereits diagnostiziert sein?
Nein - keinesfalls. Nicht jede Familie, die sich wegen anhaltender Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben Unterstützung wünscht, hat bereits eine formelle LRS-Diagnose. In einem ersten Gespräch können wir deshalb zunächst gemeinsam besprechen, welche Schwierigkeiten bestehen und ob mein Förderangebot grundsätzlich passend sein könnte.



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